Schwere Arbeit für den anmutigen Auftritt
Ein Tanzpaar der Sonderklasse klärt auf: Warum das Umziehen des Herren deutlich länger dauert
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Beim Neujahrsball in der „Neuen Welt“ fegten Natalie von Cieminski (15) und Sebastian Matheja (16), zwei aufsteigende Sterne am deutschen Tanzsporthimmel, über das Parkett. Sebastian war 2003 Deutscher Meister im Standardtanz/Junioren. In der Er folgsbilanz von Natalie stehen mehrere nordrhein-westfälische Landesmeistertitel. Seit Mai vergangenen Jahres tanzen sie zusammen. Andreas Wohland sprach mit ihnen.
Freie Presse: Ein Sprichwort besagt „Ohne Fleiß kein Preis“. Wie halten es Tänzer damit?
Natalie von Cieminski: Ohne Schweiß kein Preis trifft die Sache noch besser. Unser Sport ist eine körperlich sehr anstrengende Sache. Wir trainieren fast jeden Tag, manchmal drei, dann auch wieder fünf Stunden. Allerdings darf man nicht vergessen, dass wir beide noch zur Schule gehen. Die dürfen und wollen wir nicht vernachlässigen.
Sebastian Matheja: Wenn man dieses Hobby so ernsthaft betreibt wie wir, muss man auf vieles verzichten. Freunde, Urlaub, Vergnügungen.
Freie Presse: Kostüme, Make-up, eine exakt sitzende Frisur – wie lange brauchen Sie, bis alles fertig ist?
Cieminski: Das kommt auf die Tagesform an, aber so zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden kommen schon zusammen. Das Umziehen nimmt die wenigste Zeit in Anspruch. Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber Sebastian braucht deutlich länger, um sich speziell für die Standardtänze ordentlich in Schale zu werfen.
Freie Presse: Hose, Hemd und Jacke, mehr ist doch eigentlich nicht?
Matheja: Ja, das glauben viele Leute. In der Praxis sieht es anders aus. Mit Fliege, Kummerbund, Manschettenknöpfen und Hosenträgern bin ich relativ schnell fertig. Zeitraubender ist das Hemd. An ihm sind keine angenähten Knöpfe, sondern solche aus Perlmutt, die beidseitig eingeknöpft werden müssen. Die sehen zwar sehr schön aus, dürfen aber nicht mit gewaschen werden. Daher der Aufwand.
Freie Presse: Sie tanzen beide seit etwa fünf Jahren. Wie soll es weiter
gehen?
Matheja: Mein Ziel ist es, eines Tages zur Weltspitze zu gehören.
Nach Abschluss meiner Tanzkarriere würde ich gerne selbst als Trainer
arbeiten.
Cieminski: Ich sehe es genauso. Auch ich möchte nach der Schule
gern mein Hobby zum Beruf machen.
Freie Presse: Treten sich eigentlich auch versierte Tänzer hin
und wieder noch auf die Füße?
Matheja: Man versucht das zwar zu
umgehen. Aber in den vielen Trainingsstunden bleibt es natürlich
nicht aus.
Text vom 10.01.2005 aus "Freie Presse",
Zwickauer Ausgabe
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